Im Rahmen unseres heimatkundlichen Kulturprogramms durften wir einen exzellenten Vortrag zur Geschichte und Teilsanierung der Alten Evangelischen Kirche in Bornheim mit einer Führung im Inneren des denkmalgeschützten, neoromanischen Gotteshauses aus dem Jahre 1863 erleben. Am vorgebauten Eingang mit einer großen Rundbogentür fällt der Blick zunächst auf die über 100 Jahre alte Hängebuche mit markanten Veredelungsstellen. Presbyterin Lene Wahl begann ihre Ausführungen mit einem Rückblick auf die Geschichte der Kirche. Als die adeligen Geldgeber in wirtschaftliche Turbulenzen gerieten, schenkten jüdische Privatbankiers aus Köln der kleinen evangelischen Gemeinde das Grundstück. Diese großzügigie Zuwendung machte den Bau der Kirche überhaupt erst möglich. Frau Wahl hatte die kirchliche Bauleitung bezüglich der Teilsanierung der Kirche, so daß wir auch insoweit sehr detaillierte Auskünfte bekamen.

Die Kirche ist ein wahres kunsthistorisches Juwel in Bornheim. insbesondere durch die dekorative Ausmalung der Wände, die zum Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte. Gemäß Stiftung Denkmalschutz ist der kleine Saalbau mit einer Halbkreisabsis ein einzigartiges Zeugnis christlich-jüdischen und rheinisch-preußischen Zusammenwirkens. Die Alte Evangelische Kirche in Bornheim ist die älteste ihrer Art linksrheinisch zwischen Köln und Bonn.

Text und Fotoaufnahmen: Hilka Farnschläder-Händel