Mier kalle platt - on hochdeutsch, wänn-et nüüdich ös

Von Jakob Claren

Um unseren heimatlichen Mundart-Sprachschatz sowohl in seiner subtilen Art als auch in seiner groben Direktheit zu erfassen, ihn womöglich zu ergründen, aber auch um sich an ihm zu erfreuen, ist vor einigen Jahren die Mundartgruppe des Heimat- und Eifelvereins Bornheim ins Leben gerufen worden. Die erste Anregung hierzu in meinem "Mundartliches" überschriebenen Artikel im Veranstaltungskalender II/1982 des Vereins stieß zunächst jedoch nur auf wenig Resonanz. Es sollte noch einige Zeit dauern, bis der Anregung Erfolg beschieden war. Frau Katharina Müller aus Bornheim wurde schließlich initiativ und sprach gezielt und mit Erfolg Vereinsmitglieder an. Die erste Zusammenkunft der Mundartfreunde fand im Januar 1990 statt. Der Andrang im damaligen Bornheimer Cafe Kuhl war groß. Rund 30 Personen waren anwesend. Inzwischen hat sich die Anzahl der Teilnehmer auf 15-20 Personen eingependelt, die sich regelmäßig einmal monatlich, nunmehr im Gesellschaftsraum der Gaststätte "Zum letzten Groschen" in Bornheim, zum "Klaaf' bei Kaffee und Kuchen einfinden. Auch Gäste werden stets herzlich begrüßt. Dass sich bei diesen Treffen nicht nur unverbindlich "op platt" unterhalten wird, ergibt sich aus einer von mir geführten mundartlichen "Spezialitätensammlung", in welcher der Anteil der in der Mundartgruppe zusammengetragenen Einzelbegriffe, Wortfamilien, Redensarten und Sprichwörter, aber auch Erzählungen und Geschichten recht groß ist. Die Gesprächspalette reicht bis zu den Sitten und Gebräuchen vergangener Zeiten.

Aus meiner Sammlung habe ich für einen Abschnitt im Heft 4 der "Bornheimer Beiträge zur Heimatkunde" (herausgegeben 1995) eine je nach Sparte kleinere oder größere Auswahl von Sprüchen, Reimen, Erzählungen und mundartlichen Eigenheiten getroffen. Manche der angeführten Redensarten usw. gewähren dem Leser einen kleinen Einblick in die Lebensverhältnisse unserer Eltern und Großeltern und damit zugleich in unsere jüngere Heimatgeschichte.

Ich möchte diesen Beitrag allen Lesern widmen, die Freude an der Mundart wie auch an der Heimatgeschichte haben, oder auf sie "nur" neugierig sind. Zugleich möchte ich diesen Artikel auch als ein Dankeschön an die Mitglieder der Mundartgruppe verstanden wissen, die schon seit Jahren immer wieder Neues in unserem großen Mundart - Fundus entdecken und so daran mitwirken, dass vielleicht schon in absehbarer Zeit meine Sammlung die Basis für eine umfangreichere Bornheimer Mundartbroschüre werden kann.

Für die in diesem Aufsatz aufgeführten Redensarten und Sprichwörter gilt, dass sie in vielen Fällen auch heutzutage noch benutzt werden.